Auf der 15 gehen wir nach Christians gutem Abschlag mit 2 auf zum Chip aus dem Vorgrün, als uns Ralph Sommerlad entgegenkommt und seinen Matchsieg 4/3 vermeldet. Mit einem missglückten Up- and Downversuch geben wir das Loch ab zum 1 auf. Mit guten Abschlägen auf der 16 von Christian und seinem Gegner Wolfgang Münzer, dem Marburger Hessenliga-Urgestein, nähern wir uns den Bällen als Rudi und Wolfgang ankommen. Rudi hat verloren, Wolfgang einen Rückstand aufgeholt und das Match noch gedreht. Mirco liege 4 auf und Herbert liege nach zwischenzeitlich drei down nur noch eins down. Die benötigten 4,5 Punkte- utopisch noch am Morgen - winken verschämt von fern.
Vorne hatten wir wenig zu erwarten, da Lars trotz sehr guten Spiels als Einwechselspieler für Tim mit Christian Schwarz einen Gegner hat, der seine Heimatwiese regelmäßig unter Par spielt und auch heute wieder mit 3 Birdies angefangen hatte und Christian Herburg verletzt mit Halswirbelblockade ans Tee ging.
Wolfgang Münzer schlägt seinen Ball in den Grünbunker und hat einen 25-m-Bunkerschlag zu bewältigen. Christian legt ein Eisen 7 etwa 6 m rechts oberhalb der Fahne ins Vorgrün; Wolfgangs schwieriger Ball aus dem Bunker endet 4,50 m oberhalb der Fahne als Bergab-Putt mit Break nach links. Christian entscheidet sich für den Chip aus dem Vorgrün aus einer Lage, in der jeder andere aus der Mannschaft den Putt genommen hätte. Christian chipt generell lieber und mit guter Längenkontrolle, so dass mich die Wahl nicht überrascht. Leider bleibt diesmal ein Bergab-Putt von 2,5 m liegen.Wolfgang ballt die Faust nach seinem gelochten langen Bergab-Putt und Christian verfehlt knapp. All square.
Dem kurz geratenen Block in den Wald auf der 16 von Wolfgang lässt Christian einen geraden, langen Abschlag folgen. Wolfgang findet eine Lücke durch die Stämme und puncht seinen ball 50 m vor das Grün. Christians Pullhook schlägt gerade noch vor dem dichten Unterholz in die hintere Bunkerkante links vom Grün ein. Dass die Nerven blank liegen bei den Beiden, die mit sehr ansehnlichem Golf in einem engen fairen Match auch schon zwei Löcher mit Birdies geteilt hatten, wird bei den nächsten Schlägen endgültig klar. Wolfgang "benzt" seinen Pitch ins Vorgrün und Christian verliert das Gleichgewicht bei seinem Bunkerschlag aus Bergablage mit Stand halb in der Bunkerkante. Mit hochgerissenen Armen vermeidet er den erneuten Bodenkontakt des Schlägers beim Fallen. Leider bleibt der Ball im Bunker, liegt jetzt aber deutlich besser als zuvor.
Wofgangs Putt aus dem Vorgrün über 15 m lippt aus und bleibt zum Schenken15 cm hinter dem Loch liegen. Christian schenkt den Putt und schlägt seinen Ball schulmäßig an die Fahne und locht danach ein - nicht ohne eine kleine Rückversicherung bei seinem Caddy, dass er bei geraden 60-cm-Putts keine Breaks lesen muss. Weiterhin all square. Meine sicherlich geistreiche Konversation übers Wetter findet wenig Gehör auf dem Weg zum letzten Abschlag. Das Schlussloch ist ein Par 5.
Wolfgang trifft den Baum auf der linken Seite der Spielbahn 18 und kommt mit seinem Ball knapp links neben dem Fairway im 8 cm hohen Rough nach etwa 200 m zum Liegen. Christian verfehlt die Bahn mit einem langen Abschlag auf der rechten Seite. Der Weg zum Grün ist durch einen hohen Baum verstellt. Aus dem fetten Gras bekommt Wolfgang seinen Ball nur etwa 100 m bewegt, bleibt im kurzen Rough und hat noch 190 m durch ein enge Schneise über Wasser, Bunker und mit der mit freundlichen weißen Pfählen winkenden Ausgrenze rechts. Christian entscheidet sich zum Vorlegen mit dem Sandwedge. Der im dichten Gras etwas unterschlagene Ball bleibt kürzer als gedacht. 200 m zum Grün durch die schon beschriebene Schneise verbleiben.
Die Rückfrage Christians bei den Mannschaftskollegen, die mittlerweile am Rand mitlaufen, ob das Teilen des Matches reiche oder er Risiko nehmen müsse, wird klar beantwortet: "Mirko, Wolfgang Haas und Ralph haben gewonnen. Du musst das Loch gewinnen. Herbert hinter dir liegt 1 down und muss das Loch gewinnen, um sein Match zu teilen. Wenn beides gelingt, steigen wir nicht ab." Christian zieht das Holz aus der Tasche und legt einen leichten Draw rechts neben das Grün auf Fahnenhöhe. Wolfgang entscheidet sich ebenfalls für das Holz. Sein beachtlich getroffener Ball springt in der rechten Kante des Bunkers 30 m vor dem Grün scharf nach links und bleibt in der oberen Bunkerkante stecken. Der Bunkerschlag bleibt noch vor dem Grün. Der Putt aus dem Vorgrün verfehlt das Loch auf der oberen Seite und lässt noch 1,8 m für Bogey. Christian chipt 17 m auf 1,20 m zum Loch. Wolfgang locht seinen Rückputt ein. Die folgende Puttansprache im O-Ton: "Der hat schon noch Break?" "Siehst Du den Erdkrümel auf etwa 1/3 zur linken Seite an der Hinterkante des Loches?" "Ja." "Der gefällt mir." "Mir auch!" Christian locht zum Matchgewinn.
Es bleibt noch Herbert. Er kommt eins down auf die 18 im Klassiker gegen Johann Herzog und ist den ganzen Tag Rückständen hinterhergelaufen. Wir stehen am Rand der 18. Spielbahn. Johanns dritter Schlag - offensichtlich ein langer Schläger aus nicht optimaler Lage muss unter einem Baum durch, bleibt deutlich vor dem Grün und flirtet fast mit dem Wasserhindernis. Herbert schlägt gekonnt ein mittleres Eisen Mitte Grün.Der Ball kommt 5 m oberhalb der Fahne zum Liegen. Johanns Annäherung bleibt kurz. Sein langer Putt lippt aus zum Schenken. Herbert hat zwei Putts zum Lochgewinn, lässt sich diese Chance nicht nehmen und schickt Marburg in die vierte Liga.
Auf dem Weg zum Clubhaus, das später Schauplatz eines Winneröder Gelages sein wird, kommen uns Christian und Lars mit ihren zwischenzeitlich verlorenen Matches entgegen und nehmen die Nachricht erstaunt entgegen. Nach verlorenen Entscheidungsspielen gegen Marburg über die letzten Jahre waren wir wieder einmal am Zug und halten zum vierten Mal in Folge die Klasse, diesmal mit den letzten beiden Putts in den letzten offenen Matches.






